Ein neues Versuchsfeld für vergessene Rebsorten in den Piemont-Pyrenäen

Die Winzer der Appellation Saint Mont verstärken ihre Anstrengungen hinsichtlich der Forschung der autochthonen Rebsorten der Piemont-Pyrenäen, die die Typizität und Zukunft der Appellationen des Südwestens garantieren.

Am Donnerstag, 28. Mai 2015, pflanzten sie 4.000 Rebstöcke mit seltenen oder unbekannten Sorten in dem Gebiet der Appellation Saint Mont in Anwesenheit von Olivier Yobregat, Ampelograph und Forschungsleiter bei IFV South West (Französisches Weininstitut).
Unter den gepflanzten Sorten wird eine besondere Aufmerksamkeit auf zwei vielversprechende Reben, „Pédebernade 5“ und „Dubosc 2“, gelegt. Den Namen haben sie den Eigentümern der Grundstücke, wo sie gefunden wurden, zu verdanken. Ebenfalls erfasste Sorten sind „Morenoa“ oder auch die „Tardif“, die schon so gut wie verschwunden waren.
Die meisten dieser Sorten wurden in der Appellation Saint Mont gefunden und vor allem auf dem Weinberg in Sarragachies, der seit 2012 unter nationalem Denkmalschutz steht.

Neueinführung der Rebsorten, die die Weine von morgen im Südwesten machen

Neben dem realen Interesse an diesen Reben repräsentieren sie natürlich die biologische Vielfalt der südwestlichen Region. Die Sorten überzeugen aber auch mit weiteren wichtigen Argumenten wie ihrer Fähigkeit, mit ihnen leichte, nicht zu alkoholische Weine herzustellen. Zudem reagieren sie angepasster auf den Klimawandel als herkömmliche Sorten.
Plaimont Producteurs entdeckten dies in den letzten Jahren bei der Mikro-Weinbereitung von einigen Reben am „Conservatoire ampélographique“. Durch diese Versuche angespornt möchten die Winzer diese Erfolge in größerem Maßstab ausbauen und damit neue Weine auf den Weg bringen.

Seit vielen Generationen arbeiten die Frauen und Männer von Plaimont Producteurs daran, ihr einzigartiges Pflanzenerbe zu bewahren.
Der Wein „Vignes Préphylloxériques“, dessen Reben von einem in 1871 gepflanzten Weinberg stammen, ist der bisherige Höhepunkt dieses langjährigen Engagements.
Seit 2002 unterhalten Plaimont Producteurs Frankreichs größtes, privates „Conservatoire ampélographique“. Das Versuchszentrum beobachtet alle Sorten der ältesten Parzellen der Appellation. Davon werden 60 Sorten besonders überwacht, von welchen 27 Sorten bekannt sind und 33 Sorten nach einer genetischen Untersuchung „wiederentdeckt“ wurden. 12 Sorten sind absolut unbekannt.
Olivier Bourdet-Pees, Directeur Général von Plaimont Producteurs, unterstreicht: „Diese Arbeit hat dazu beigetragen, unsere autochthonen Rebsorten der Piemont-Pyrenäen zu schützen. Diese sonst verloren gegangenen, lokalen  Sorten sind ein kostbares Erbe für uns. Sie garantieren den Charakter unserer Weine. Sie geben aber auch eine Zukunft für unsere Appellation in der globalen und auch sehr standardisierten Weinwirtschaft. Morgen werden einige der noch unbekannten Sorten unseres Versuchszentrums zweifellos unsere großen Weine mit Herkunft zeichnen. “

Plaimont - Forschung der lokalen Rebsorten
Plaimont – Forschung der lokalen Rebsorten

Bildunterschrift: André Dubosc (Gründer von Plaimont), Olivier Yobregat (Forschungsleiter bei IFV South West), Nadine Raymond (Weinbautechnikerin) und Olivier Bourdet-Pees (Geschäftsführer von Plaimont Producteurs) (v. l. n. r.)