Nun gibt es Agence à la carte schon seit elf Jahren. Und irgendwie bekommen wir mehr und mehr das Gefühl, dass die Zeit immer schneller vergeht. Liegt es daran, dass wir älter werden oder ist es tatsächlich noch. Auf jeden Fall wollen wir den Augenblick nutzen, um inne zu halten und einen aktuellen Status zu ziehen. 

Work-Life-Balance oder altmodisch Trennung von Beruf und Freizeit

Das war zu Beginn meiner Selbständigkeit nicht leicht und ist es heute immer noch nicht. Inzwischen habe ich aber gelernt, dass die Welt nicht untergeht, wenn mein Handy abends ausgeschaltet ist oder ich mal „Nein“ zu Kunden sage. Meine Arbeit bringt kein Menschenleben in Gefahr.

Ich nehme mir die Zeit mit meiner Familie und fahre in den lang verdienten Urlaub. Ich nutze die freie Zeit mit meinem Kind, um etwas schönes zu unternehmen. Ich bin entspannter und kreativer, als wenn ich mit Augenringen und unter stärkstem Druck arbeite.

Damals 2008

Nach vielen Jahren in unterschiedlichen Agenturen war es an der Zeit, etwas zu verändern. Lange habe ich nach einer neuen Herausforderung gesucht, aber irgendwie nicht gefunden. Ich wollte etwas anderes machen, da mir die aktuelle Situation nicht gefallen hat. Die Arbeit an sich, die Zusammenarbeit zwischen Kollegen und Kunden, die ganze Marketingwelt… das war alles nicht optimal. Jedoch habe ich das entsprechende Licht oder die neue Idee nicht gefunden. Also blieb nur die Lösung, mich selbständig zu machen und mein Alltag so aufzubauen, wie es mir gefällt.

Ganz so einfach, wie es in den Büchern steht oder in den Seminaren für Gründer dargestellt war es nicht. Es war sehr, sehr harte Arbeit und immer eine gewisse Angst, die Existenzgrundlagen zu verlieren.

Und so habe ich die ersten Jahre sehr, sehr viel gearbeitet, einiges aufgrund von falscher oder schlechter Beratung falsch gemacht und ziemlich viel gelernt. Zurückblickend würde ich gar nicht so viel anders machen… Na ja, doch vielleicht etwas mehr auf mich und meine innere Stimme hören.

Heute 2018

Oft denke ich heute auch noch, dass mein Leben doch sehr viel einfach laufen würde, wenn ich als Angestellte arbeite. Ich kann krank sein und im Bett bleiben, wenn es der Fall ist. Ich habe 30 Tage Urlaub im Jahr und kann in dieser Zeit auch den Kopf und mein Handy von beruflichen Dingen entspannen. Ich bekomme jeden Monat mein gleiches Gehalt, auch wenn ein Tag vielleicht mal etwas schlechter läuft und ich weniger schaffe.

Aber nein, am Ende möchte ich dieses Leben mit den vielen Verpflichtungen, die damit auch zusammenhängen, nicht mehr haben. Ich kann mir meine Zeit frei einteilen, wenn ich nicht gerade Termine habe. Ich kann mal einen halben Tag freimachen, wenn es gerade notwendig ist.

Und meine Arbeit mit meinen Kunden wie Elbe-Obst oder für die Marken wie Kanzi machen mir extrem viel Spaß. Wir entwickeln neue Trends weiter, passen sie auf die entsprechende Produkte an, wir sind kreativ und produzieren Konzepte, die die Kunden überzeugen. Und ich treffe sehr viele interessante Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Ich liebe es, mich mit Apfelbauern zu unterhalten, sie überzeugen mich mit ihrer Bodenständigkeit und der Nähe zur Natur und dem Leben. Aber auch die Termine mit Verkäufern für Werbung bringen mich voran und halten mich auf dem Laufenden, was in den Medien passiert.

Mein Beruf oder besser mein tägliches Arbeitsfeld hat sich in den letzten 20 Jahren dermaßen verändert. Aber genau das fordert mich heraus und bringt mir eine gewisse Befriedigung. Und deshalb freue ich mich schon auf das neue Jahr 2019.